In der Immobilienbranche wird Digitalisierung oft durch die Brille des Risikos betrachtet: Es herrscht die Sorge, dass hochtechnisierte Workflows zu massiven Gemeinkosten führen. Für Art-Invest Real Estate – einen führenden Projektentwickler mit einem verwalteten Vermögen von über 12,5 Milliarden Euro und einem Projektentwicklungsvolumen von mehr als 700.000 m² – erforderte die Revitalisierung der 17.000 m² großen MACO 1927 in Köln einen gezielteren Ansatz. Ziel war es, die inhärente Komplexität der Sanierung eines Gebäudes aus den 1920er Jahren zu bewältigen, ohne den Prozess technisch zu überladen.

Die „Unbekannte“ lösen
Das Projekt MACO 1927 stand vor einer klassischen Herausforderung im Bestand: dem Mangel an verlässlichen Daten der fast hundert Jahre alten Bausubstanz. Stephan Liedtke, BIM-Berater bei SMV Innovations, nutzte Catenda Hub, um dieses unsichere Umfeld zu stabilisieren.
„Eine der Hauptschwierigkeiten bestand darin, verlässliche Daten für das Bestandsgebäude zu erhalten“, erklärt Liedtke. Um dies zu lösen, ging das Team mit dem Projekt in Catenda Hub „Live“ und nutzte die Plattform als zentrales Werkzeug für Planprüfungen und die Kollisionsprüfung. Durch die Identifizierung baulicher Konflikte im digitalen Modell, noch bevor diese die Baustelle erreichten, konnte das Risiko teurer Überraschungen während der Ausführung erheblich reduziert werden.

Die Philosophie: Effizienz statt Komplexität
Andreas Rieger, CFO bei Art-Invest, bringt die Realität der modernen Projektentwicklung auf den Punkt: „Wir wollen so wenig Aufwand wie möglich in BIM stecken, aber so viel wie nötig“. Dies ist eine strategische Haltung. Für einen Projektentwickler bemisst sich der Wert eines digitalen Prozesses an seiner Fähigkeit, Projektrisiken zu minimieren.
Ein übermäßig komplizierter Workflow oder die Überlastung der Teams mit ungenutzten Daten erzeugt lediglich Reibungsverluste. Durch den Fokus auf „BIM Basis“ – eine schlanke Version des Prozesses – stellt Art-Invest sicher, dass die Projektdaten dem Terminplan und dem Budget dienen und nicht umgekehrt.
Daten „smart und einfach“ machen
Eine digitale Strategie ist nur so gut wie ihre Akzeptanzrate. Viele Projektbeteiligte – von kaufmännischen Leitern bis hin zu den Fachkräften vor Ort – sind keine BIM-Experten. Art-Invest hat diese Hürde durch die Wahl einer Plattform überwunden, die konsequent auf Benutzerfreundlichkeit setzt.
Wie Rieger betont, liegt die Priorität darin, Informationen „für jeden einzelnen so smart und so einfach wie möglich verfügbar zu machen“. Diese Inklusivität erstreckt sich auch auf die spätere Bewirtschaftung des Gebäudes. Selbst für Beteiligte, die „einfach nur eine Excel-Liste brauchen“ – wie das Facility-Management-Team – bieten die während der Bauphase in Catenda Hub erfassten Daten eine saubere, strukturierte Grundlage für das langfristige Asset-Management.
Nachhaltigkeit durch Präzision
MACO 1927 ist eine Premium-Entwicklung, die eine DGNB-Gold-Zertifizierung anstrebt und auf eine Holz-Hybrid-Bauweise setzt. Solche innovativen Methoden lassen wenig Spielraum für Fehler. Über Catenda haben selbst die Bauleiter vor Ort sofortigen mobilen Zugriff auf die neuesten Fachmodelle und 2D-Pläne. So wird sichergestellt, dass insbesondere der anspruchsvolle neue Holzbau mit höchster Präzision umgesetzt wird.


Fazit: Strategie trifft Workflow
Während die Strategie pragmatisch ist, muss die Ausführung präzise sein. Stephan Liedtke liefert das technische Rückgrat, das diesen „BIM Basis“-Ansatz erst ermöglicht. Durch den Einsatz von Catenda Hub erfüllt das Projektteam die Anforderungen des Projektentwicklers ohne die traditionellen Hürden von BIM.
Das Team nutzt Catenda Hub für drei zentrale Bereiche mit hoher Hebelwirkung:
Modellbasiertes Projektmanagement: Zentralisierung der Kommunikation am 3D-Modell, um sicherzustellen, dass die Terminkontrolle auf der physischen Realität basiert.
Dynamisches Ticketmanagement: Schluss mit unübersichtlichen E-Mail-Ketten. Probleme – von Kollisionen bis hin zu Planänderungen – werden als BCF-Threads nachverfolgt, was eine lückenlose Dokumentation schafft.
Mobile Informationen: Bauleiter können direkt von der Baustelle auf die aktuellsten Modelle und Pläne zugreifen.

Für Art-Invest beweist das Projekt, dass digitale Kollaboration der effektivste Weg ist, um komplexe Projektentwicklungen abzusichern. Durch ihren pragmatischen Ansatz haben sie BIM von einer technischen Last in einen echten strategischen Vorteil verwandelt.
Bildnachweis: © Art-Invest Real Estate