Informationslieferungsspezifikation (IDS)

In der dynamischen Welt des Bauwesens und des Building Information Modeling (BIM) wird die Information Delivery Specification (IDS) zu einem unverzichtbaren Dokument, das die Grundlage für eine reibungslose Kommunikation und Zusammenarbeit in einem Projekt bildet.

Erfahren Sie mehr darüber, was eine IDS ist und wie sie BIM-Projekte unterstützt!

Was ist eine Informationsbereitstellungsspezifikation (IDS)?

Eine Informationsbereitstellungsspezifikation (Information Delivery Specification – IDS) ist ein wichtiges computerlesbares Dokument, das Projektanforderungen definiert und überprüft und mit anderen Projekten ausgetauscht werden kann.

Sie wurde von buildingSMART International entwickelt und definiert, wie die verschiedenen Elemente eines Projekts aufgebaut und ausgetauscht werden sollten. Man kann es sich als eine Liste von Anforderungen vorstellen, die ein Projekt erfüllen soll. Diese können besispielsweise Objekte, Klassifizierungen, Eigenschaften, Materialien und Werte umfassen. Sie werden in einer Art und Weise beschrieben, die ihre Bereitstellung und ihren Austausch erleichtert, oft auf der Grundlage von Industry Foundation Classes (IFC) und zusätzlichen Klassifizierungen.

Das Entscheidende am IDS ist, dass die Liste als .xml-Datei exportiert werden kann. Die IDS wird dann in einen .xml-Standardcode umgewandelt, der in andere Projekte importiert werden kann.
Wenn also mehrere Projekte die gleichen Anforderungen erfüllen sollen, kann die IDS einfach hochgeladen werden und der Computer prüft, ob die Anforderungen für das Projekt erfüllt werden.

Dieser Standard im Building Information Modeling (BIM)-Prozess trägt zur Sicherung der Dienstleistungsqualität und zur effektiven Projektsteuerung bei und ist damit ein wesentlicher Bestandteil eines jeden Bauprojekts.

Hier finden Sie ein praktisches Beispiel für ein IDS. Es kann auch als Vorlage für eine Informationslieferungsspezifikation verwendet werden:

Aufgelistete Version eines IDS
Aufgelistete Version eines IDS
XML-Version eines IDS files
XML-Version eines IDS files

Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=MEni1OIulNM 

 

Die Rolle von IDS bei der Modellierung von Gebäudedaten (BIM)

Im Zusammenhang mit Building Information Modeling (BIM) spielt IDS eine entscheidende Rolle bei der Vereinfachung eines effektiven Informationsaustauschs, der Minimierung von Fehlern und der Optimierung von Arbeitsabläufen.

  • Es bietet einen strukturierten und standardisierten Ansatz, um zu definieren, welche Informationen wie und wann geliefert werden sollen, und stellt damit sicher, dass alle an einem Projekt Beteiligten auf derselben Seite stehen.
  • IDS erleichtert die Integration verschiedener Gebäudesysteme, wie z. B. Innenausbau, Gebäudehülle, Struktur und mechanische, elektrische und sanitäre Systeme (MEP). Dies ist von entscheidender Bedeutung, um die erforderliche Leistung eines nachhaltigen Gebäudes zu erreichen.
  • IDS in BIM fördert auch die Interoperabilität und die effiziente Zusammenarbeit während des gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes – von der Durchführbarkeits- und Konzeptionsphase bis hin zum Abriss und Recycling. Dies wird dadurch erreicht, dass die Daten maschinenlesbar sind, so dass verschiedene Softwaretools die Daten nahtlos lesen, verstehen und mit ihnen arbeiten können.

Insgesamt fungiert IDS in BIM als Brücke zwischen den verschiedenen Beteiligten, Softwaretools und Prozessen, die an einem Bauprojekt beteiligt sind.

 

Praktische Beispiele für die Verwendung von IDS in BIM

In der praktischen Anwendung von IDS in BIM kann man seine Verwendung bei der Spezifikation von Informationsanforderungen betrachten.

IDS hilft beispielsweise bei der Definition der Levels of Information Need (LOIN) in den Informationsanforderungen des Auftraggebers (EIR) und den BIM-Ausführungsplänen (BEP). Dies hilft den Beteiligten, die genauen Informationsanforderungen eines Projekts zu verstehen und zu erfüllen.

Ein weiteres Beispiel ist die Qualitätsvalidierung mit Tools wie usBIM.IDS. Der IDS-Validator prüft die Qualität von IFC-Dateien und stellt sicher, dass sie mit den definierten IDS übereinstimmen.

Darüber hinaus spielt IDS eine wichtige Rolle bei der Verwaltung des Informationsaustauschs im openBIM-IFC-Prozess. Er stellt sicher, dass die IFC-Modelldateien gemäß den Spezifikationen des Kunden geliefert werden.

Schließlich stellt die Verwendung von IDS bei der Erstellung eines BIM-Übermittlungsprotokolls sicher, dass die richtigen Informationen den digitalen Austausch in allen Phasen des Lebenszyklus eines Projekts begleiten. Dies steigert die Effizienz der Planungs-, Bau- und Betriebsprozesse.

 

IDS im Bezug auf buildingSMART

Da das IDS von buildingSMART entwickelt wurde, ist es Teil eines größeren Ökosystems von Standards und Tools, die von der internationalen Organisation entwickelt wurden. Dazu gehören u. a. das Information Delivery Manual (IDM) und das buildingSMART Data Dictionary (bSDD).

Zusammen bilden diese Ressourcen einen umfassenden Rahmen für die Verwaltung der Informationsbereitstellung in der Bauindustrie.

Beziehung zwischen IDS und IFC

Die Information Delivery Specification (IDS) und die Industry Foundation Classes (IFC) sind miteinander verbunden und spielen beide eine wichtige Rolle im Building Information Modeling (BIM)-Prozess.

Während wir bereits erfahren haben, was IDS ist, ist IFC eine standardisierte, offene digitale Beschreibung der gebauten Umwelt. Es bietet eine gemeinsame Sprache für verschiedene Software-Tools, die es ihnen ermöglicht, effektiv zu kommunizieren.

Die Verbindung liegt in der Möglichkeit für IDS, seine Austauschanforderung mit hilfreichen Informationen zu erweitern, die bereits mit dem IFC-Modell verknüpft sind.

In einem praktischen Beispiel unterstützt der IDS den Modellierer oder Designer bei der automatischen Generierung der Informationsstruktur aus den Auftragsspezifikationen. Diese Informationsstruktur ist bereits mit dem IFC-Modell verknüpft.

Diese Synergie zwischen IDS und IFC sorgt für einen reibungslosen, effizienten und effektiven Austausch von Informationen im BIM-Prozess.

Arbeitsablauf mit IFC und IDS
Arbeitsablauf mit IFC und IDS

Ursprung: buildingSMART International

Verbindung zum buildingSMART Data Dictionary (bSDD)

Das buildingSMART Data Dictionary (bSDD) und die Information Delivery Specification (IDS) sind zwei verwandte, aber unterschiedliche Aspekte der buildingSMART-Standards. Das bSDD ist ein Online-Dienst, der Begriffe, Eigenschaften, Einheiten, Übersetzungen und Beziehungen enthält. Er bietet einen standardisierten Arbeitsablauf, um Datenqualität, Informationskonsistenz und Interoperabilität zu gewährleisten.

Die bSDD und IDS arbeiten zusammen, um einen effizienten und effektiven Informationsaustausch in der Branche zu fördern.

In der Praxis kann die bSDD verwendet werden, um die erforderlichen Klassifizierungen, Eigenschaften und zulässigen Werte bereitzustellen, die dann vom IDS für den Austausch in einer BIM-Umgebung strukturiert werden.

Die Kombination aus der umfangreichen Bibliothek der bSDD und den strukturierten Übertragungsmethoden der IDS gewährleistet einen nahtlosen Datentransfer und verbessert die Effizienz der Zusammenarbeit während des gesamten Lebenszyklus eines Bauprojekts.

 

Zukünftige Entwicklungen im IDS von buildingSMART

buildingSMART entwickelt den IDS-Standard kontinuierlich weiter, um den sich wandelnden Anforderungen der Bauindustrie gerecht zu werden. Zukünftige Entwicklungen werden sich voraussichtlich auf Folgendes konzentrieren:

  • Integration mit openBIM und openGIS: Die IDS-Entwicklung wird erweitert, um openBIM auf städtischer Ebene einzubeziehen und die Interoperabilität mit openGIS zu verbessern. Dieses bahnbrechende Projekt zielt darauf ab, die Grenzen der IDS-Nutzung in der Industrie zu erweitern.
  • Anpassung an neue Arbeitsweisen: In dem Maße, wie sich die Branche auf eine vernetzte gemeinsame Datenumgebung (CDE), die Anwendung digitaler Zwillinge und künftige intelligente Städte verlagert, wird die Struktur von IDS verfeinert, um diesen neuen Anforderungen gerecht zu werden.
  • Software-Zertifizierung: Künftige Software-Zertifizierungsprogramme für IDS werden die Qualitätssicherung erheblich verbessern und den teilnehmenden Softwareunternehmen einen besseren Service bieten.